Aktuelles

26. Mai bis 26. August

„Sprengkraft.“ Arbeiten von Annette Philp, Philipp Schönborn und Alaa Aldin Nabhan.

Die Künstler Annette Philp, Philipp Schönborn und Alaa Aldin Nabhan beleben mit dieser Ausstellung die ehemalige Militäranlage mit ihren individuellen Formensprachen und Inhalten neu.

Der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa stiftete für das Thema „Industrie-Kultur“ des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2018 das Motto: „Moderne ist Beschleunigung und Entfremdung.“ In Reaktion darauf versteht sich b-05 als Gelände für Vernetzung und Verbindung, konkret und lokal und eröffnet dem Austausch von Bildender Kunst und experimenteller Musik auf hohem Niveau einen Spielraum. Mit dem Bekenntnis zur Langsamkeit beobachtet die Filmemacherin Annette Philp seit 2012 unter dem Titel „Deutschlandlieder“ den Prozeß nationaler Identitätsveränderung. Auf b-05 untersucht sie in den für sie typischen, kurzen Videos das Geflecht aus Geschichte, Landschaft und Industrie, ganz wie es sich an konkreten Orten manifestiert und befragt damit die Grundlagen des Fortschritts. Regionales wird mit Nationalem und Internationalem konfrontiert. Es beginnt mit Erd-Geschichten, wenn der Film „Moschheim“ den Tontagebau im Westerwald zum Motiv macht. Speziell für die Ausstellung in b-05 gedreht, arbeiten hier Annette Philp, München, und die Akkordeonistin Eva Zöllner, Wirges, zusammen.

Der Künstler und Fotograf Philipp Schönborn (München, Molsberg) zeigt in fünf Bunkern Werke ausschließlich mit leuchtenden Bildern. Die Fotografie ist sicher das von der technischen Entwicklung des modernen Lebens am meisten betroffene künstlerische Medium. Er verwendet sie in Form von Leuchtkästen, einem Medium, das wir aus der Werbung kennen. Sein Thema: Die Religion. Philipp Schönborn zeigt unter anderem seine große Arbeit „Heiliges Land“ von 1996, die den Konflikt der drei abrahamitischen Religionen an ihrem Schauplatz Jerusalem thematisiert.

Philipp Schönborn, Aller Heiligstes, 1996

Philipp Schönborn, Aller Heiligstes, 1996

Der Künstler und Keramiker Alaa Aldin Nabhan bearbeitet mit dem lokalen Werkstoff Ton ein Material, das auf einen ehemals wichtigen Industriezweig in der Geschichte des Westerwalds anspielt und gleichzeitig Bezug auf seine syrische Wurzeln nimmt. Für Alaa Aldin Nabhan ergibt sich durch seine biografische Sicht auf den syrischen Krieg ein ganz und gar konkreter Umgang mit der militärischen Prägung von b-05. In schroffen Performances drückt er dieses Thema aus, wobei die Zertrümmerung von Keramiken einmal zur Spannungsentladung führt und gleichzeitig dem Künstler seine Identitätsfindung in Deutschland ermöglicht. Alaa Aldin Nabhan lebt und arbeitet in Höhr-Grenzhausen.

Die Ausstellung wird durch ein pädagogisches Programm (Künstlergespräche, Schul-Workshops etc)begleitet und ist Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

Musikalische Reaktion auf die Ausstellung Sprengkraft werden im Sommer 2018 die sogenannten „Bunker-Sessions“ sein. Sie werden jeweils einen speziellen Aspekt der Ausstellung Sprengkraft musikalisch beleuchten und so Verknüpfungen zwischen bildender Kunst und Musik in sehr aktuellem Kontext bilden. Seit Frühjahr 2017 finden sich Musiker aus der Region und darüber hinaus einmal im Monat zum gemeinsamen Improvisieren im Café des b-05 zusammen und begeistern damit eine stetig wachsende Zuhörerschaft. Für die Eröffnungs-Veranstaltung im Mai 2018 wird ein Kompositions-Konzept das gesamte b-05 Areal mit einbeziehen und zum Klingen bringen.


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b-05 startet mit dem Thema Energie ins neue Jahr:

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